
Die Ernst von Siemens Musikstiftung
Im Jahre 1972 von Ernst von Siemens, dem Enkel des Unternehmensgründers Werner von Siemens, ins Leben gerufen, verleiht die Stiftung jedes Jahr entweder an einen Komponisten, Interpreten oder Musikwissenschaftler, der für das internationale Musikleben Hervorragendes geleistet hat, den Ernst von Siemens Musikpreis. Als so genannter "Nobelpreis der Musik" gewinnt er von Jahr zu Jahr eine immer größere internationale Beachtung und ist 2011 mit 200.000 € dotiert.
Insgesamt vergibt die Ernst von Siemens Musikstiftung im Jahr 2012 2,7 Millionen Euro. Davon entfallen in diesem Jahr rund 2,4 Millionen Euro auf die Förderung zeitgenössischer Musikprojekte in über zwanzig Ländern weltweit. Neben Kompositionsaufträgen werden Konzerte und Veranstaltungsreihen unterstützt, sowie Kinder- und Jugendprojekte, die den Zugang zur zeitgenössischen Musik ermöglichen und erleichtern. Wettbewerbe, Akademien und Workshops, in denen junge Musiker, Komponisten und Dirigenten ihr Können unter Beweis stellen und von renommierten Meistern lernen, werden ebenso gefördert wie wissenschaftliche Einzelpublikationen und Gesamtausgaben. Zahlreiche Festivals erfahren zudem Mehrjahresförderungen durch die Ernst von Siemens Musikstiftung, um deren Einsatz für die zeitgenössische Musik zu würdigen.
Zum Kuratorium der Stiftung, das für alle inhaltlichen Entscheidungen der Stiftung verantwortlich zeichnet, gehören die Komponisten Beat Furrer, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Peter Ruzicka, der Musikwissenschaftler Hermann Danuser (Berliner Humboldt Universität), die Kulturmanager Thomas von Angyan (Gesellschaft der Musikfreunde in Wien), Ilona Schmiel (Beethovenfest Bonn) und Nikos Tsouchlos (Megaron Athen).
Den Vorsitz im Stiftungsrat, der derzeit aus sechs Mitgliedern besteht, hat – laut Statuten – der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste inne, mindestens ein Angehöriger der Familie Siemens gehört jeweils zu seinen Mitgliedern.
Unter den bisherigen Ernst von Siemens Musikpreisträgern — 39 an der Zahl — waren, um nur einige zu nennen, Benjamin Britten, Olivier Messiaen, Mstislav Rostropovich, Witold Lutoslawski, Luciano Berio, Hans Werner Henze, György Ligeti, Claudio Abbado, Maurizio Pollini, Helmut Lachenmann, György Kurtág, Daniel Barenboim und zuletzt Aribert Reimann.