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Kompositionsaufträge an Sofia Avramidou, Emma Lloyd und Matthew Whiteside

Ensemble Écoute, Paris (FR)

Das Projekt Between Horizons des Ensemble Écoute legt den Schwerpunkt auf das Konzept der Interaktion: zwischen Komponist*innen und Interpret*innen, zwischen verschiedenen Kulturen und künstlerischen Traditionen. Für dieses Projekt gibt das Ensemble Écoute neue Werke bei drei Komponist*innen in Auftrag, die selbst auch Interpret*innen sind und sich auf beiden Seiten der unsichtbaren Grenze zwischen der Welt der akustischen und der elektronischen Musik gleichermaßen wohl fühlen. Die drei Kompositionsaufträge werden von der Ernst von Siemens Musikstiftung gefördert.

Emma Lloyd setzt in ihrem Stück, das durchgehend eine komponierte Struktur aufweist, Elemente der Improvisation ein, die die natürliche Ordnung des zugrundeliegenden Materials gleichzeitig unterstützen und unterlaufen. Das Material baut auf einem spielerischen mikrotonalen Feld auf, das die inhärenten Eigenheiten der Instrumente ausnutzt, während das traditionelle Konzept der improvisierten Kadenz und die Rolle des Dirigats bei der Gestaltung der Aufführung neu definiert werden. Speziell angefertigte Instrumente und elektronische Live-Manipulationen werden der Aufführung eine weitere Ebene der Unbestimmtheit und des Theaters hinzufügen.

Matthew Whiteside wird in seinem eigenen Stück auftreten und die Live-Elektronik steuern, in einer Verräumlichung, die ihn an einen Fluchtpunkt stellt. Die Arbeit basiert auf dem Konzept von Ma: dem japanischen Konzept des negativen Raums, bei dem der negative Raum so viel Gewicht hat wie mit Tinte gezeichnete Linien. Musikalisch wird es ein Gespräch zwischen dem Ensemble und seinem elektronischen Schatten sein, wobei der negative Raum hinter dem Schleier des Sprechers genauso viel Gewicht hat wie die Live-Performance.

Sofia Avramidou übernimmt die Rolle der Sängerin und Erzählerin in einem Stück, das mit einem von ihr in vier Sprachen (Griechisch, ihrer Muttersprache, Französisch, ihrer Adoptivsprache, Englisch, der internationalen Lingua franca, und Gälisch, einer traditionellen Sprache der britischen Inseln) verfassten Text Fragen zum Konzept der Grenze aufwerfen soll.

Weitere Informationen:
ensembleecoute.com