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Porträt Simon James Philips

Kompositionsauftrag an Simon James Philips

Tongyeong International Music Foundation (KR)

In seinem neuen Werk Thread beschäftigt sich der Komponist Simon James Phillips mit der Wahrnehmung von Zeit. Thread ist ein Gemeinschaftswerk für Solo-Kontrabass und immersive 3D-Projektionen, das Simon James Philips gemeinsam mit Tatsuru Arai (3D-Projektionen) für das Tongyeong International Music Festival 2024 in Südkorea komponiert. Das Werk wird für Matthew McDonald, Erster Solobassist der Berliner Philharmoniker und ehemaliges Mitglied des Ensemble Modern, geschrieben und von ihm uraufgeführt. Der Kompositionsauftrag an Simon James Philips für das Tongyeong International Music Festival wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht.

Mit dieser Arbeit will Simon James Philips eine Art Wechselspiel zwischen subjektiver und objektiver Beobachtung schaffen. Phillips teilt sein Material zwischen der natürlichen, nicht-menschlichen und atmosphärischen Klang-/Geräuschwelt und dem musikalischen, harmonischen und vertrauten Material, das mit dem menschlichen Musizieren verbunden ist, auf. Ersteres tendiert zum Objektiven, letzteres zum Subjektiven. Das Werk ist modular aufgebaut, wobei die Reihenfolge und die Dauer der einzelnen Stücke flexibel sind, sodass die schöpferische Kraft des Bassisten Matthew McDonald beim Arrangieren noch stärker zum Tragen kommt. Das Stück wird so notiert, dass es ein Gleichgewicht zwischen der Klarheit der Intention und der Flexibilität des Interpreten herstellt, um sicherzustellen, dass jede Aufführung einzigartig ist.

Die Rolle des visuellen, projizierten Materials besteht darin, eine zusätzliche Ebene nicht nur für die Zeit, sondern auch für die Wahrnehmung des Aufführungsraums zu schaffen. Die handgezeichneten Muster werden sich in einem unglaublich langsamen Tempo verändern und entwickeln, so langsam, dass es kaum wahrnehmbar ist. Die Projektionen sind so subtil, dass sie den musikalischen Aspekt des Werks nicht beeinträchtigen, aber so auffällig, dass der räumliche und visuelle Aspekt des Aufführungsortes die Form und das Gefühl des Raumes zu verändern scheint – durch Veränderung von Fokus, Auflösung, Schattierung und Farbe.

Weitere Informationen:
timf.org

Termine

29., 30. und 31. März 2024
Black Box, Tongyeong Concert Hall