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Vier Kompositionsaufträge

Trio Amos, Wien (AT)

Fremd–Vertraut

Das Fremde ist vertraut, das Vertraute fremd. Die Vorstellung, das Begriffspaar deute einen Gegensatz an, ist weltfremd. Jeder Traum eine Reise ins Fremde. Alles Vertraute wird bei näherer Betrachtung fremd. Nur ein Zehntel des menschlichen Körpers ist tatsächlich menschlich. Der Rest illustriert gesundes Zusammenleben mit Fremden im eigenen Leib. (Hans Hütt)

Das Trio Amos vergibt Kompositionsaufträge an vier Komponistinnen. Auch wenn seit Beginn der gemeinsamen Arbeit des Trio Amos Komponistinnen immer einen Teil des Repertoires beisteuerten, so war ihr Anteil rückblickend doch nie mehr als ein Viertel. Daher will das Trio sich mit diesem Projekt bewusst diesem Thema widmen und genauer betrachten, ob und was diesem doch schon bekannten Topos noch abzugewinnen ist. Der Projekttitel Fremd–Vertraut spiegelt mehrere Aspekte der Fremdheit und Vertrautheit wider: vier Frauen (Zeynep Gedizlioğlu, Irene Galindo Quero, Nina Šenk, Francesca Verunelli), vier Sprachen, vier Geschichten der Herkunft, der Kommunikation, der kulturellen Identität. Diese unterschiedlichen Aspekte in einem Projekt mit dem Trio Amos für das Publikum erfahrbar zu machen, ist ein Ziel dieser Arbeit. Es bleibt letztendlich die Frage bestehen, ob auch nur ein einzelner der genannten Aspekte in der Musik des Abends hörbar sein kann oder ob es bei dem Thema nicht vielmehr um Atmosphärisches in der Arbeit und die Rahmenbedingungen des Komponierens für Komponistinnen im Allgemeinen geht. Die vier Kompositionsaufträge an Zeynep Gedizlioğlu, Irene Galindo Quero, Nina Šenk und Francesca Verunelli werden von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht.

Termin

7. November 2024
Wiener Konzerthaus