Foto: Gert Mothes

 

Kompositionsaufträge an Sofia Gubaidulina

Gewandhaus zu Leipzig, Deutschland


Die von Andris Nelsons initiierte „Alliance“ zwischen dem Gewandhausorchester und dem Boston Symphony Orchestra steht in besonderer Weise für eine innovative Neubelebung der Tradition: Zahlreich sind die historischen Bezüge zwischen den beiden Spitzenorchestern dies- und jenseits des Atlantiks, denen Andris Nelsons als Musikchef vorsteht. Die enge Zusammenarbeit ist in der heutigen Musikwelt neu und einzigartig und reicht von gemeinsamen Kompositionsaufträgen über den Austausch von Musizierenden bis hin zu gegenseitigen Gastspielen.

Für die Saison 2020/2021 haben das BSO und Gewandhausorchester zwei Komponistinnen verschiedener Generationen und Herkunft beauftragt, neue Werke für die „Alliance“ zu schreiben: Sofia Gubaidulina und Julia Adolphe. Sofia Gubaidulina ist in der Sowjetunion aufgewachsen und lebt heute in der Nähe von Hamburg. Für die Orchester aus Leipzig und Boston komponiert sie den Prolog für Orchester den das Gewandhausorchester unter Andris Nelsons im September 2020 zur Uraufführung bringen wird. Das Werk ist ein Vorspiel zu ihrem anderen großen Orchesterwerk der jüngsten Zeit, Der Zorn Gottes, das zum Abschluss ihrer ersten Saison als Gewandhauskomponistin in Leipzig zu hören ist. Julia Adolphe ist eine junge, aufstrebende amerikanische Komponistin, die durch Auftragswerke des New York Philharmonic Orchestra internationale Bekanntheit erlangt hat. Die gebürtige New Yorkerin komponiert ein Orchesterwerk für die „Alliance“, das im Frühjahr 2021 in Boston unter der Leitung von Andris Nelsons erstmals aufgeführt wird. In Leipzig erklingt das Werk im Juni 2021 in Europäischer Erstaufführung, geleitet von der finnischen Dirigentin Susanna Mälkki. Die Ernst von Siemens Musikstiftung fördert den Kompositionsauftrag an Sofia Gubaidulina.


Weitere Informationen:
gewandhausorchester.de