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Rohre – ein kompositorisch-architektonisches Projekt

studio-klangraum, Basel, Schweiz


Ausgehend von der musikalischen Idee eines Raums aus Rohren entwirft das renommierte Genfer Architektenduo Made In in enger Zusammenarbeit mit dem Bühnenbauer Peter Affentranger, mit den Komponisten Nicolas Buzzi, Emilio Guim, Beat Gysin, Marianthi Papalexandri-Alexandri, Germán Toro-Pérez, Denis Schuler und mit den Musikern Jens Bracher, Anne Brise, Jeanne Larrouturou, Stephen Menotti und Shuyue Zhao ein Auditorium – „Rohre“. Dessen Wände reflektieren nur wenig Schall. Von innen betrachtet ist die Raumbegrenzung eine Summe von Löchern. Dennoch ist das „Rohre“-Auditorium ein umhüllender Raum, eine Art Pavillon, eine gut sichtbare Attraktion, die Neugierde weckt. „Rohre“ – und hier kommt die musikalische Sicht ins Spiel – stellen nicht nur das Baumaterial dar. Sie können auch auf sehr unterschiedliche Art klingen. Der Raum wird zu einem Musikinstrument. Dadurch wird das „Rohre“-Auditorium zweierlei: ein Aufführungsraum, der durch (andere) Instrumente bespielt wird, und ein Instrument, wenn die Rohre direkt zum Klingen gebracht werden und eine Klanginstallation entsteht. In dieser Vieldeutigkeit liegt eine kompositorische Herausforderung, denn hier heißt Komponieren auch eine Raumchoreografie planen. Die EvS Musikstiftung finanziert die Kompositionsaufträge von der in Griechenland geborenen Komponistin und Klangkünstlerin Marianthi Papalexandri-Alexandri und von Germán Toro-Pérez. Toro-Pérez wurde in Bogotá geboren und ist seit 2007 Leiter des ICST Institute for Computer Music and Sound Technology und Dozent für Elektroakustische Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste.

Nach „Chronos“ (2015) und „Gitter“ (2017) ist „Rohre“ das dritte Projekt der „Leichtbautenreihe“, die mit einem künstlerischen Ansatz der Frage nach der Räumlichkeit von Musik oder – umgekehrt formuliert – nach einer auditiv-musikalischen Wahrnehmung von Architektur nachgeht. In sechs Projekten untersucht man kollektiv, inwiefern Musik nicht nur als Zeit-, sondern auch als Raumkunst verstanden werden kann; inwiefern ein solches Verständnis fruchtbar ist und ob (und wie) es sich dem Publikum mitteilt. Ein abschließendes Buchprojekt ist geplant.


15.–22. September 2019
ZeitRäume Basel, Kunstmuseum Basel, Schweiz

17.–20. November 2019
Tage für Neue Musik, Großmünster, Zürich, Schweiz

Mai 2020;
École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), Schweiz


Weitere Informationen:
studio-klangraum.ch