Foto: Richard Stöhr & Lorin Strohm

 

Aufführung von Leopold Hurts Zyklus „Dissociated Press“

Decoder Ensemble, Hamburg, Deutschland


Dissociated Press ist eine Serie von Kompositionen Leopold Hurts, die als Work-in-Progress seit 2017 laufend fortgeschrieben wird. Dabei rangiert die Instrumentation vom Solostück mit Elektronik bis hin zum Septett – speziell konzipiert für die charakteristische Besetzung des Decoder Ensembles. Der Begriff Dissociated Press benennt einen Internet-Algorithmus zur automatischen Generierung von Texten auf der Basis von Sprachmustern. Davon abgeleitet vereint der Zyklus verschiedene Herangehensweisen an das Prinzip „Remix“, ein Gattungsbegriff, der bestimmend für die Kunst im digitalen Zeitalter ist. Dieses Prinzip wird sowohl auf der Ebene der Sprache als auch der Musik angewandt, als ständiges Spiel zwischen Original, Abbild und „Fake“. Jede Einzelkomposition ist gepaart mit elektronischen Audio- und Videozuspielungen, die multimedial Bezüge zu den Algorithmen und ununterbrochenen Datenströmen des Internets herstellen. Die einzelnen Teile können in beliebiger Anordnung hintereinander oder auch gleichzeitig gespielt werden. So erklingen die Solostücke in verschiedenen Räumen innerhalb des Aufführungsorts, mit einer jeweils beschränkten Publikumszahl. Die einzelnen Zuhörergruppen „wandern“ koordiniert durch die verschiedenen Räume und erleben hintereinander die einzelnen Teile. Duo- und Ensemble-Stücke werden daraufhin als Live-Stream zusammengesetzt: Die musizierenden Partner werden in die jeweiligen Räume wechselseitig in Echtzeit übertragen. Somit kann jede Gruppe von ZuhörerInnen das Zusammenspiel als Kombination von Live-Performance und Live-Stream erleben. Die Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht die Uraufführungen der neuen Werke von Dissociated Press.


Weitere Informationen:
decoder-ensemble.de