Foto: Ensemble Aventure

 

Aufführung von Werken Alan Hilarios

Ensemble Aventure, Freiburg, Deutschland


Die MusikerInnen des Ensemble Aventure arbeiten mit dem Komponisten Alan Hilario zusammen und bringen zwei Werke für kleines Ensemble und neue Medien in Form von Live-Elektronik und Videozuspielungen zur Aufführung, die sich auf Beethovens 9. Sinfonie beziehen. Diese Auseinandersetzung spiegelt sich hauptsächlich in der Idee einer Utopie, die mit den gegenwärtigen Realitäten verglichen wird, wobei die intensive emotionale Kraft von Beethovens Musik die Maßstäbe für das musikalische Geschehen in den neuen Werken von Hilario beeinflusst und festlegt.

Auf dem Programm, das von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht wird, steht die Wiederaufführung der Pocket Mini-Oper Schöner Götterfunken! Bilder einer Ausstellung einer Ausstellung von Alan Hilario. In diesem Musiktheater handelt es sich um die Gegenüberstellung der Zeit um 1850 bis in die 1930er Jahre – als das Besuchen von Völkerschauen oder „Menschenzoos“ als normale Freizeitaktivität galt – mit den Entstehungsjahren des Werkes um 2006. Die Uraufführung im zweiten Teil ist als Fortsetzung von Schöner Götterfunken! zu verstehen. Die gesellschaftspolitischen Dimensionen haben sich so massiv verändert, dass eine neue Deutung zwischen Beethovens Utopie und der Gegenwart sinnvoll wird. In Deutschland sitzt eine Partei im Bundestag, deren kulturrassistische Ansichten die Hemmschwelle der Gesellschaft für diskriminierendes, unsolidarisches und gewalttätiges Verhalten heruntergeschraubt haben. In Europa verbreiten Populisten, die nun regieren, ihre Hasstiraden gegen MigrantInnen, während in den USA ein Präsident sitzt, dessen Sympathie für die „white supremacy“ nicht zu leugnen ist. Jetzt zu schweigen bedeutet zugleich eine Passivität, die das Übel durchsickern lässt. Und welch bessere Methode lautstark Widerstand zu leisten gibt es als durch Musik? Beethoven hat es vorgemacht.


Weitere Informationen:
ensemble-aventure.de