Foto: Thomas Bruns

 

Archiv Broken Music

Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Deutschland


Zwischen 1981 und 2014 hat Ursula Block in Berlin die Klangkunst-Institution „Gelbe Musik“ betrieben – Schallplattenladen, Ausstellungsraum, Archiv. In all diesen Jahren hat sie eine einzigartige Sammlung an Künstlerschallplatten, Schallplatten experimenteller Musik und Schallplattenobjekten zusammengetragen. 1989 wurde der Kern ihrer Sammlung in der Ausstellung „Broken Music. Artists‘ Recordworks“ in der daadgalerie in Berlin vorgestellt; im Anschluss war die Ausstellung im Magasin in Grenoble, auf der 8. Biennale in Sydney und im Musée d’art contemporain in Montréal zu sehen. Zu dieser Ausstellung ist ein schon lange vergriffener Katalog erschienen, der immer noch so bedeutend und nachgefragt ist, dass nun im Herbst 2019 ein Reprint erscheint bei Primary Information/New York. Auch in den vergangenen Jahren waren Teile des Archivs Broken Music ausgestellt, etwa 2010 im Neuen Berliner Kunstverein oder 2012 im ZKM in Karlsruhe. In der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin konnte 2015 erstmals eine kleine Auswahl aus dieser Sammlung, dem sogenannten „Archiv Broken Music“, gezeigt und zu Gehör gebracht werden, der Rahmen dazu bot die Ausstellung „Dieter Roth und die Musik“.

Für die Nationalgalerie ist die Erwerbung des ihr angebotenen Archivs Broken Music mit Schallplatten, Schallplattenobjekten und grafischen Partituren von besonderem Interesse. Sie hat sich in ihrer Sammeltätigkeit auch den Gattungsgrenzen überschreitenden Ansätzen in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts zugewendet und zahlreiche der im Konvolut vertretenen Künstler sind bereits mit Werken in der Sammlung der Nationalgalerie vertreten, z. B. Joseph Beuys, Hanne Darboven, Die Tödliche Doris, Terry Fox, Allan Kaprow, Yves Klein, Hermann Nitsch, Nam June Paik, A. R. Penck, Robert Rauschenberg, Dieter Roth, Andy Warhol oder Lawrence Weiner. Mit der Erwerbung können wichtige Positionen experimenteller Musik, wie die von Harry Bertoia, John Cage, Bill Fontana, Takehisa Kosugi, Christian Marclay, Meredith Monk, David Tudor oder La Monte Young, zusätzlich präsentiert werden. Damit würden auch die bereits in der Sammlung befindlichen Soundarbeiten und Klanginstallationen eine ideale Ergänzung finden. Sowohl im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwart der Nationalgalerie, wie im künftigen Museum des 20. Jahrhunderts der Nationalgalerie am Kulturforum – dort ist ein Raum eigens zum Hören moderner und experimenteller Musik vorgesehen – werden die Exponate einem breiten Publikum präsentiert und in Zukunft auch um weitere Ankäufe jüngerer Künstlerinnen und Künstler ergänzt werden. Die EvS Musikstiftung unterstützt den Ankauf dieser außergewöhnlichen Sammlung.