Foto: Astrid Ackermann

 

Nikolaus Brass

wurde 1949 in Lindau am Bodensee geboren. Nach dem Abitur studierte er Medizin in München und nahm zeitgleich ein Kompositionsstudium bei Peter Kiesewetter an der Musikhochschule auf. Auch nach dem Wechsel und Abschluss des Medizinstudiums an der Freien Universität Berlin setzte er seine begleitenden Studien fort, erst bei Frank Michael Beyer an der Hochschule für Musik und später bei Helmut Lachenmann in Hannover. Nikolaus Brass war mehrere Jahre als Arzt, später als Redakteur einer medizinisch-wissenschaftlichen Zeitung tätig.

Seit 1981 veröffentlicht Brass seine Kompositionen, im selben Jahr erhielt er einen Preis beim Jürgen-Ponto-Kompositionswettbewerb und wurde zum Gaudeamus-Musikfestival nach Holland eingeladen. Danach folgten u. a. Aufführungen beim Cantiere d’arte in Montepulciano (1986), bei den Donaueschinger Musiktagen (1988), bei Musikprotokoll Graz (1991), musica viva in München (1997), bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik (2000), beim Festival für Neue Musik in Stuttgart (2001). Seit 2003 kann er auf zahlreiche Ur- und Erstaufführungen bei den wichtigsten Festivals für Neue Musik blicken. 2008 war Brass Mittelpunkt der Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik. Zu den Interpreten seiner Musik zählen u. a. ensemble ascolta, ensemble recherche, ensemble resonanz, Neue Vokalsolisten Stuttgart, Rundfunksinfonieorchester Berlin (RSB), Münchner Kammerorchester, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Sonar-Quartett, Kairos-Quartett, Auritus-Quartett, ensemble Coriolis und zahlreiche Solisten. Er schuf zudem szenische Projekte, darunter 2012 und 2014 die Musiktheater memory und Sommertag. earth diver, eine Kooperation von Muziektheater Transparant (Antwerpen) und der Ruhrtriennale, mit Musik von Heinrich Schütz und Nikolaus Brass, wurde 2016 und das Musiktheater Die Vorübergehenden, ein Auftrag der Bayerischen Staatsoper für die Opernfestspiele, wurde 2018 uraufgeführt. Für den Internationalen Musikwettbewerb der ARD schieb Brass 2016 das Wettbewerbsstück etchings für Streichquartett.

Nikolaus Brass wurde 1999 mit dem Münchner Förderpreis für Musik geehrt, 2009 mit dem Musikpreis der Stadt. 2015 folgte die Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Musik der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Seit 2014 ist Brass Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Der Komponist lebt in Lindau.