Barbara Hannigan

Sopran

Mit ihrer ein­mali­gen Sensi­bili­tät für die Dramatik und Inter­preta­tion von Musik zählt die Sopra­nis­tin und Dirigentin Barbara Hannigan zu den führenden Künstle­rinnen ihres Fachs.

Hannigan hat mit Regisseuren, Dirigenten, Choreografen und Musikern wie Christoph Marthaler, Simon Rattle, Sasha Waltz, Kent Nagano, Vladimir Jurowski, John Zorn, Andreas Kriegenburg, Andris Nelsons, Reinbert de Leeuw, David Zinman, Antonio Pappano, Katie Mitchell, Kirill Petrenko und Krzysztof Warlikowski zu­sam­men­gearbei­tet.

Als Sängerin, Dirigentin oder in beiden Eigenschaften wirkt die kanadische Musikerin als engagierte Fürsprecherin zeitgenössischer Musik und hat bereits Uraufführungen von über 85 neuen Werken gegeben. Sie arbeitete bzw. arbeitet eng mit verschiedenen Kom­po­nis­ten zusammen, darunter Pierre Boulez, Henri Dutilleux, György Ligeti, Karlheinz Stockhausen, Salvatore Sciarrino, Gerald Barry, Pascal Dusapin, Brett Dean, George Benjamin und Hans Abrahamsen.

In der Saison 2018/19 sang Hannigan zunächst die Titelrolle bei der Uraufführung von Michael Jarrells Bérénice an der Pariser Oper unter der Leitung von Philippe Jordan und der Regie von Claus Guth. Im weiteren Verlauf der Spielzeit singt Hannigan eines ihrer absoluten Lieblingswerke, let me tell you von Hans Abrahamsen, ein Werk, das sie 2013 mit den Berliner Philharmonikern uraufführte, inzwischen mit 11 Orchestern weltweit aufgeführt hat und in der kommenden Saison mit weiteren vier europäischen Orchestern zu Gehör bringen wird. Dirigieren wird sie das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Cleveland Orchestra, die Göteborgs Symfoniker, LUDWIG, das Juilliard Orchestra, das Dänische Radio-Sinfonieorchester, das Toronto Symphony Orchestra, die Münchner Philharmoniker sowie das London Symphony Orchestra in Konzerten mit Werken von Haydn, Sibelius, Strauss, Berg, Bartók und Gershwin. In der Saison 2018/19 startet auch ihr wegweisendes Mentorship-Programm ‘Equilibrium Young Artists’. In der ersten Equilibrium-Saison ist neben über 20 Aufführungen mit vier Partnerorchestern auch Hannigans Debüt als Opern­diri­gen­tin bei einer Aufführung von The Rake’s Progress zu erleben. Im Sommer 2019 ist Hannigan zudem musikalische Leiterin des re­nommier­ten Ojai Festivals in Kalifornien. In der Saison 2019/20 beginnt Hannigans Engagement als ständige Gast­diri­gentin der Göteborgs Sym­foniker.

In der Saison 2019/20 beginnt Hannigans Engagement als ständige Gastdirigentin der Göteborgs Symfoniker.

Hannigan sang Titelrollen an international führenden Opernhäusern und bei Festivals, unter anderem in Lulu in Produk­tio­nen von Krzysztof Warlikowski am Brüsseler Opern­haus und von Christoph Marthaler an der Hamburger Staats­oper, in Pelléas et Mélisande in einer Inszenierung von Katie Mitchell beim Festival von Aix-en-Provence unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen 2016 und in einer Produktion von Krzysztof Warlikowski bei der Ruhr­triennale 2017, sowie in Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten an der Baye­rischen Staats­oper mit Andreas Kriegenburg als Regisseur und Kirill Petrenko als Dirigent – eine Auf­füh­rung, für die sie mit dem deutschen Theater­preis Der Faust ausgezeichnet wurde. Hannigan sang die Rolle der Elle in Warlikowskis Produktion von La Voix Humaine an der Opéra de Paris 2015 und bei einer Reprise im April 2018. Sie kreierte die Rolle der Agnès in George Benjamins epochaler Oper Written on Skin, deren Premiere auf dem Festival von Aix-en-Provence 2012 stattfand. Bei Opern­ur­auf­füh­run­gen in jüngerer Zeit gab sie unter anderem die Ophelia in Brett Deans Hamlet beim Glyndebourne Festival 2017 und die Isabel in George Benjamins Lessons in Love and Violence unter der Regie von Katie Mitchell (Royal Opera House Covent Garden und niederländische Nationale Opera, 2018).

Hannigan arbeitet regelmäßig mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, den Göteborgs Symfoniker, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, dem Mahler Chamber Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Toronto Symphony Orchestra, dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester, dem Juilliard Orchestra und dem Cleveland Orchestra. 

2017 rief Barbara Hannigan 'Equilibrium Young Artists' ins Leben, ein Mentoring-Programm für junge Berufsmusiker und -musikerinnen, für das sich binnen kurzer Zeit 350 Bewerber aus 39 Ländern interessierten. Equilibrium startete offiziell 2018 mit 21 von Hannigan ausgewählten Teilnehmern, die mit ihr intensiv an Mozarts Requiem, Strawinskis Pulcinella und Strawinskis The Rake’s Progress arbeiten. Das letztgenannte Stück wird Hannigan in über 15 Aufführungen mit Orchestern wie den Göteborgs Symfoniker und den Münchener Philharmonikern, sowie auf einer Tournee mit LUDWIG in der Philharmonie Paris, im Amsterdam Concertgebouw, im Konzerthaus Dortmund, bei den Dresdner Musikfestspielen und in der Hamburger Elbphilharmonie dirigieren.

2017 rief Barbara Hannigan 'Equilibrium Young Artists' ins Leben, ein Mentoring-Programm für junge Berufsmusiker und -musikerinnen, für das sich binnen kurzer Zeit 350 Bewerber aus 39 Ländern interessierten.

Hannigans erstes Album, auf dem sie als Sängerin und Diri­gentin mit­wirkt – Crazy Girl Crazy (Alpha Classics, 2017) mit Werken von Luciano Berio, Alban Berg und George Gershwin und dem Film Music is Music von Mathieu Amalric –, brachte ihr 2018 den Grammy für das beste klassi­sche Solo­gesangs­album, den Opus Klassik-­Preis für die beste solis­tische Ein­spie­lung des Jahres, den Klara-Preis für das beste inter­natio­nale Klassik-­CD-­Album und den Juno Award für das Klassik-­Album des Jahres ein. Mit dem Album Vienna: Fin de Siècle von 2018 führt sie ihre Koope­ration mit Alpha Classics und ihrem lang­jäh­rigen musika­li­schen Konzert­part­ner und Mentor, dem nieder­län­dischen Pianisten Reinbert de Leeuw, fort. Frühere Ein­spiel­ungen erhielten Aus­zeich­nungen wie den Edison Klassiek, Grawemeyer Award, Victoires de la Musique Classique, Diapason und Gramophone Award.

Außerdem wurde sie zur Sängerin des Jahres (Opernwelt, 2013) und musikalischen Persönlichkeit des Jahres (Syndicat de la Presse Française, 2012) gekürt und mit dem Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik 2018 und dem Rolf-Schock-Preis für Musik (2018) ausgezeichnet, einem multidisziplinären Preis der Wissenschaften und Künste für auf ihrem Feld bahnbrechende bzw. herausragende Persönlichkeiten. Hannigan erhielt Ehrendoktorate der University of Toronto und der Mt Allison University und wurde 2016 in den Order of Canada aufgenommen.

Aus dem Englischen von Sebastian Viebahn.

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