Olivier Messiaen

Olivier Messiaen (10. Dezember 1908 – 27. April 1992) war ein franzö­sischer Kompo­nist, Organist und Ornitho­loge. Er trat im Alter von 11 Jahren in das Pariser Kon­serva­to­rium ein und studierte unter anderem bei Paul Dukas, Maurice Emmanuel, Charles-Marie Widor und Marcel Dupré. Im Jahr 1931 wurde er zum Orga­nis­ten der Kirche La Trinité in Paris ernannt und behielt diese Stelle bis zu seinem Tod bei. Nach dem West­feld­zug im Jahr 1940 geriet Messiaen in Kriegs­ge­fangen­schaft und kompo­nierte während seiner Haft Quatuor pour la fin du temps („Quartett für das Ende der Zeit”) für die vier verfüg­ba­ren Instru­mente: Klavier, Violine, Cello und Klari­nette. Das Stück wurde von Messiaen und anderen Häft­lingen vor anderen Gefangenen und Gefängnis­wärtern urauf­geführt. Kurz nach seiner Entlassung 1941 wurde Messiaen am Pariser Kon­serva­tori­um zum Professor für Har­monie­lehre und später 1966 zum Professor für Kom­po­sition ernannt. Er behielt diese Stellen bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 bei. Zu seinen vielen an­ge­sehenen Schülern und Schüle­rinnen zählen Pierre Boulez, Yvonne Loriod (die später Messiaens zweite Frau wurde), Karlheinz Stockhausen, Iannis Xenakis und George Benjamin.

Messiaens Musik ist rhyth­misch kom­plex (er interessierte sich für Rhythmen aus alten griechischen und hinduis­tischen Quellen) und basiert harmonisch und melodisch auf der begrenzten Trans­po­nie­rung, die eine Inno­va­tion Messiaens ist.

Viele seiner Kompositionen verkörpern, was er selbst als „die wunderbaren Aspekte des Glaubens beschrieb“, wobei er auf seinen tief gehenden, römisch-katholischen Glauben Bezug nahm. Er war weit gereist und seine Werke wurden von so verschiedenen Einflüssen wie japanischer Musik, der Landschaft des Bryce Canyons in Utah oder dem Leben des Franz von Asissi inspiriert.

Viele seiner Kompo­sitio­nen ver­körpern, was er selbst als „die wunder­ba­ren Aspekte des Glaubens beschrieb“, wobei er auf seinen tief gehenden, römisch-katholischen Glauben Bezug nahm. Er war weit gereist und seine Werke wurden von so ver­schie­denen Ein­flüs­sen wie japani­scher Musik, der Land­schaft des Bryce Canyons in Utah oder dem Leben des Franz von Asissi inspiriert. Messiaen lebte mit einer leichten Form der Synaesthesie, durch die er Farben wahrnahm, wenn er bestimmte Harmonien hörte. Das betraf ins­be­son­dere jene Harmo­nien, die durch seine Modi aufgebaut wurden und er ver­wen­dete die Kombina­tio­nen dieser Farben in seinen Kom­posi­tio­nen. Eine kurze Zeit lang experi­mentier­te Messiaen mit der Para­metri­sie­rung, die im Zu­sammen­hang mit dem „totalen Serialismus“ steht, einem Gebiet, auf dem der Kom­po­nist als Weg­be­reiter gilt. In seinem Stil finden sich viele exotische musi­kalische Ein­flüsse wie das indo­nesische Gamelan wieder (gestimmtes Schlag­werk spielt in seinen Wer­ken oft eine große Rolle) und er setzte sich auch für das Ondes Martenot ein.

Seine innovative Verwendung von Farben, seine persönliche Wahrnehmung der Beziehung zwischen Zeit und Musik, sein Einsatz der Vogellieder und seine Entschlossenheit, tief greifende religiöse Ideen zum Ausdruck zu bringen, machen es in ihrer Gesamtheit fast unmöglich, ein Werk Messiaens mit dem Werk eines anderen westlichen Komponisten zu verwechseln.

Darüber hinaus war Messiaen vom Vogelgesang fasziniert. Für ihn waren Vögel die besten Musiker und er sah sich selbst genauso als Ornithologe wie als Komponist. Er schrieb die Lieder von Vögeln auf der ganzen Welt nieder und nahm diese Trans­krip­tio­nen in die Mehr­heit seiner Wer­ke auf. Seine innova­tive Verwendung von Farben, seine persönliche Wahrnehmung der Beziehung zwischen Zeit und Musik, sein Einsatz der Vogellieder und seine Entschlossenheit, tief greifende religiöse Ideen zum Ausdruck zu bringen, machen es in ihrer Gesamtheit fast unmöglich, ein Werk Messiaens mit dem Werk eines anderen westlichen Komponisten zu verwechseln.

(Quelle: universaledition.com)

zum Seitenanfang