Zu den jüngeren Werken gehören Exody, das vom Chicago Symphony Orchestra unter Daniel Barenboim aus der Taufe gehoben wurde, und Panic für Saxophon, Schlagzeug und Orchester, dessen weltweit übertragene Uraufführung bei den Last Night of the BBC Proms 1995 schätzungsweise 100 Millionen Zuhörer fand. Zu den in den letzten Jahren entstandenen Kammermusikwerken gehören Pulse Shadows, eine einstündige Meditation über Gedichte von Paul Celan für Sopran, Streichquartett und Ensemble (eine CD-Veröffentlichung ist bei Teldec erschienen) sowie der für Joanna MacGregor komponierte Klavierzyklus Harrison’s Clocks.

Das Musiktheaterstück The Last Supper erlebte seine Uraufführung am 18. April 2001 an der Staatsoper Unter den Linden, Berlin, gefolgt von Aufführungen in Glyndbourne im Oktober desselben Jahres. Das Ensemblestück Theseus Game wurde 2003 im Rahmen der RuhrTriennale uraufgeführt. Neue Musiktheaterwerke entstehen für das Aldeburgh Festival und die Almeida Opera sowie für das Royal Opera House Covent Garden.

„Man kann überhaupt nicht mit Musik seine Zeit komponieren. Man kann nur sich selbst komponieren. Es ist unmöglich, sich hinzusetzen und zu sagen: Jetzt drücke ich mich aus oder meine Zeit.“

Sir Harrison Birtwistle

Das Schaffen zwischen 1973 und 1984 wird dominiert von der monumentalen Lyrischen Tragödie The Mask of Orpheus, uraufgeführt an der English National Opera 1986, und von einer Reihe bemerkenswerter Ensemblewerke, die von den bedeutendsten Ensembles für Neue Musik aufgeführt werden: Secret Theatre, Silbury Air und Carmen Arcadiae Mechanicae Perpetuum. Werke von großen Ausmaßen der sich anschließenden Dekade sind die Opern Gawain und The second Mrs Kong, die Konzerte Endless Parade für Trompete und Antiphonies für Klavier sowie das Orchesterstück Earth Dances.

„Eine Karriere sollte niemals dem eigenen inneren Wachstum davon­eilen. Aspekte wie Klang und tonales Volumen brauchen Zeit zur Ent­wicklung. Das ist nicht nur eine Frage der Hände und der Muskulatur oder der Technik. Die Vorstellungs­kraft muss sich ebenfalls ent­wickeln.“

Sir Harrison Birtwistle

Sir Harrison Birtwistle wurde 1934 in Accrington, im Norden Englands geboren. Er studierte Klarinette und Komposition am Royal Manchester College of Music, wo er mit einer Gruppe von hochtalentierten Zeitgenossen zusammentraf: Peter Maxwell Davies, Alexander Goehr, John Ogdon und Elgar Howarth. 1965 entschloss er sich, ausschließlich als Komponist zu arbeiten und reiste als Harkness Fellow nach Princeton, wo er seine Oper Punch and Judy vollendete. Dieses Stück begründete zusammen mit Verses for Ensembles und The Triumph of Time Birtwistles Ruf als einer der führenden Stimmen der britischen Musik.

London Symphony Orchestra

Von der künstlerischen Exzellenz auf der Bühne, in Aufnahmen und im Film bis hin zu seinem weltweit führenden Musikpädagogik- und Gemeinschafts­programm ist das London Symphony Orchestra bestrebt, so vielen Menschen wie möglich großartige Musik zu bringen. Das 1904 gegründete LSO war eines der ersten selbstverwalteten Orchester, das auf den Werten der Partnerschaft und des künstlerischen Eigentums aufbaute. Dieser Unter­nehmer­geist setzt sich auch heute fort.

Das LSO ist seit der Eröffnung des Zentrums im Jahr 1982 das Resident Orchestra im Barbican Centre in der Londoner City. Jedes Jahr finden dort 70 Konzerte und weltweit über 50 statt. Das LSO gibt auch Konzerte und Workshops im LSO St Luke im Rahmen seines Pionierprogramms für Gemeinschafts- und Bildungsprogramme, LSO Discovery, das zu den ersten in Großbritannien gehörte. Ein Großteil der Arbeit von LSO Discovery wird digital erfasst und verbreitet, sodass Enthusiasten, Schüler und Lehrer aus der ganzen Welt von den Aktivitäten profitieren können.

Das Orchester setzt sich auch für neue Musik ein und beauftragt regelmäßig einige der renommierten britischen Komponisten, ­bedeutende neue Werke für volles Orchester und Mixed-Ability-Ensembles zu schreiben.

Das LSO hat eine enge Künstlerfamilie entwickelt, die ihr Engagement für dieses Orchester immer wieder unter Beweis stellt, mit Sir Simon Rattle als Chefdirigenten, Gianandrea Noseda und François-Xavier Roth als Erste Gastdirigenten sowie Michael Tilson Thomas als Ehrendirigenten. Es pflegt auch langjährige Beziehungen zu einigen der größten Dirigenten und Solisten der Welt, die die grenzenlosen beruflichen Ambitionen, die das LSO bietet, genießen.

Das LSO hat eine Geschichte der Innovation, die hilft, es relevant und zeitgemäß zu halten. Mit der Gründung seines eigenen Plattenlabels LSO Live im Jahr 1999 hat das Orchester eine Revolution in der Aufnahme von Live-Orchestermusik herbeigeführt. Seitdem hat LSO Live über 120 Veröffentlichungen produziert und setzt sich kontinuierlich für neue digitale Technologien ein, nachdem es wegweisende Schritte in den Bereichen digitaler Film, Blu-Ray-Audio, Download und Streaming gegangen ist. Das Orchester hat mehr Aufnahmen gemacht als jedes andere Orchester und viele Millionen haben das LSO durch seine Arbeit als führendes Orchester für Film genossen, das Hunderte von klassischen Partituren von Star Wars bis The King’s Speech und Indiana Jones umfasst.

Das LSO ist entschlossen, die Zukunft großer Musik in der ganzen Welt und in seiner Londoner Heimat zu sichern.

Das Orchester ist ein führender Partner der Kulturmeile in der Londoner City, neben dem Barbican Centre, dem Museum of London und der Guildhall School. Die Barbican Residency wird von der Corporation of London finan­ziert und das LSO ist eine nationale Portfolioorganisation des Arts Council England.

Das Orchester setzt auf alle seine strategischen Partnerschaften im In- und Ausland sowie auf seine groß­zügigen Geldgeber, um weiterhin ein dynamisches Arbeitsspektrum zu bieten.

zum Seitenanfang

Gábor Tarkövi

Gábor Tarkövi wurde 1969 in Esztergom, Ungarn, geboren und stammt aus einer Musikerfamilie. Ersten Trompetenunterricht erhielt er im Alter von 9 Jahren bei seinem Vater. Nach dem Besuch des Musikgymnasiums der Stadt Gyűr, wechselte er 1987 an die Pädagogische Hochschule Franz Liszt in Budapest, wo er bei György Geiger studierte. Ab 1990 setzte er sein Studium an der Musikakademie Franz Liszt in Budapest bei Frigyes Varasdy fort. Wichtige musikalische Impulse erhielt er nach seinem Studium in Budapest von György Kurtág und Hans Gansch. Erste Engagements als stellvertretender Solotrompeter führten ihn 1991 an die Württembergische Philharmonie Reutlingen sowie 1994 als Solotrompeter zum Berliner Sinfonie-Orchester (heutiges Konzerthausorchester).

1999 wechselte er in gleicher Position zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Seit 2004 ist Gábor Tarkövi Solotrompeter der Berliner Philharmoniker. Neben seiner Tätigkeit im Orchester gilt Tarkövis Leidenschaft der Kammermusik. Er ist Mitglied des österreichischen Blechbläser­ensembles Pro Brass sowie der Austrian Brass Connection und des neu gegründeten Wien-Berlin Brass Quintetts sowie des Berlin Philharmonic Brass Trios. Darüber hinaus ist er ein weltweit gefragter Solist und tritt regelmäßig in Europa, den USA und Asien auf. Als Solist spielt er mit namhaften Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Kammer­orchester des Bayerischen Rundfunks, dem China Philharmonic Orchestra, dem New Japan Philharmonic und dem Bach Collegium München.

Tarkövi ist Dozent der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker und gibt überdies weltweit Meisterkurse. Seit 2018 ist er Professor für Trompete an der Universität der Künste Berlin.

zum Seitenanfang

Pages