Die Musik Birtwistles erfreut sich der Wertschätzung namhafter Dirigenten wie Elgar Howarth, Peter Eötvös, Oliver Knussen, Sir Simon Rattle, Christoph von Dohnányi und Daniel Barenboim. Er erhielt Kompositionsaufträge der bedeutendsten internationalen Institutionen, seine Werke stehen auf den Programmen der wichtigsten Festivals und Konzertreihen, darunter die BBC Proms, die Salzburger Festspiele, das Holland Festival, die Stockholmer und Wittener Tage für Neue Musik, das South Bank Centre in London, das Konzerthaus Wien und Settembre Musica in Turin und Mailand. Birtwistle erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Grawemeyer Award 1986, den Ernst von Siemens Musikpreis 1995 sowie den British Companion of Honour 2001. Er wurde 1986 zum Chevalier des Arts et des Lettres und 1988 in den britischen Adelsstand erhoben. Von 1995 bis 2001 war er Henry Purcell Professor of Music am King’s College of Music in London und Director of Composition am Londoner Royal College of Music. Seit 2012 ist Birtwistle Gastprofessor an der Royal Academy of Music.

Harrison Birtwistles Werke erscheinen im Verlag Boosey & Hawkes. Bis Ende 1994 sind seine Werke bei der Universal Edition verlegt.

Sir Harrison Birtwistle: The Shadow of Night (2001)

Zu den jüngeren Werken gehören Exody, das vom Chicago Symphony Orchestra unter Daniel Barenboim aus der Taufe gehoben wurde, und Panic für Saxophon, Schlagzeug und Orchester, dessen weltweit übertragene Uraufführung bei den Last Night of the BBC Proms 1995 schätzungsweise 100 Millionen Zuhörer fand. Zu den in den letzten Jahren entstandenen Kammermusikwerken gehören Pulse Shadows, eine einstündige Meditation über Gedichte von Paul Celan für Sopran, Streichquartett und Ensemble (eine CD-Veröffentlichung ist bei Teldec erschienen) sowie der für Joanna MacGregor komponierte Klavierzyklus Harrison’s Clocks.

Das Musiktheaterstück The Last Supper erlebte seine Uraufführung am 18. April 2001 an der Staatsoper Unter den Linden, Berlin, gefolgt von Aufführungen in Glyndbourne im Oktober desselben Jahres. Das Ensemblestück Theseus Game wurde 2003 im Rahmen der RuhrTriennale uraufgeführt. Neue Musiktheaterwerke entstehen für das Aldeburgh Festival und die Almeida Opera sowie für das Royal Opera House Covent Garden.

„Man kann überhaupt nicht mit Musik seine Zeit komponieren. Man kann nur sich selbst komponieren. Es ist unmöglich, sich hinzusetzen und zu sagen: Jetzt drücke ich mich aus oder meine Zeit.“

Sir Harrison Birtwistle

Das Schaffen zwischen 1973 und 1984 wird dominiert von der monumentalen Lyrischen Tragödie The Mask of Orpheus, uraufgeführt an der English National Opera 1986, und von einer Reihe bemerkenswerter Ensemblewerke, die von den bedeutendsten Ensembles für Neue Musik aufgeführt werden: Secret Theatre, Silbury Air und Carmen Arcadiae Mechanicae Perpetuum. Werke von großen Ausmaßen der sich anschließenden Dekade sind die Opern Gawain und The second Mrs Kong, die Konzerte Endless Parade für Trompete und Antiphonies für Klavier sowie das Orchesterstück Earth Dances.

„Eine Karriere sollte niemals dem eigenen inneren Wachstum davon­eilen. Aspekte wie Klang und tonales Volumen brauchen Zeit zur Ent­wicklung. Das ist nicht nur eine Frage der Hände und der Muskulatur oder der Technik. Die Vorstellungs­kraft muss sich ebenfalls ent­wickeln.“

Sir Harrison Birtwistle

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